In der Strömungslehre übernehmen Kreiselpumpen zwar den Großteil der Förderaufgaben für wasserähnliche Medien, stoßen aber bei viskosen, scherempfindlichen oder präzisen Dosieranwendungen an ihre Leistungsgrenzen. Wenn die Flüssigkeit zähflüssig wie Melasse wird oder der Prozess unabhängig vom Systemdruck einen garantierten Volumenstrom erfordert, … Verdrängerpumpe (PD-Pumpe) ist der technische Standard.
Im Gegensatz zu rotodynamischen Maschinen, die auf kinetischer Energie und Geschwindigkeit basieren, arbeitet eine Verdrängerpumpe nach dem Prinzip der Volumenverdrängung. Sie ist eine präzise und kraftvolle Maschine, die Flüssigkeiten fördern kann, die ein Standardlaufrad zum Stillstand bringen würden. Für Branchen von der pharmazeutischen Dosierung bis zum Transfer schwerer chemischer Polymere ist das Verständnis der Funktionsweise dieser Verdrängerpumpen für die Systemzuverlässigkeit unerlässlich.
Dieser Leitfaden bietet eine detaillierte technische Analyse der PD-Pumpenmechanik, Klassifizierung und Auswahlkriterien und verweist dabei auf die spezifischen Fähigkeiten der industriellen Pumpenlösungen von Aulank, wie beispielsweise unsere Magnetkupplungs-Zahnradpumpen und Systeme zur Förderung hochviskoser Flüssigkeiten.

Definition des Funktionsprinzips der volumetrischen Pumpe
Um die Frage „Was ist eine Verdrängerpumpe?“ technisch zu beantworten, müssen wir uns ansehen, wie sie Energie transportiert. Eine Verdrängerpumpe erzeugt einen Förderstrom, indem sie eine bestimmte Flüssigkeitsmenge in einem Hohlraum einschließt und dieses eingeschlossene Volumen dann in das Auslassrohr presst (verdrängt).
Der Zyklus der Verschiebung:
- Ansaugung (Expansion): Durch die Bewegung des Pumpenelements (Zahnrad, Drehkolben, Schraube oder Flügelzelle) vergrößert sich das Volumen am Einlass. Dadurch entsteht ein Teilvakuum, das es dem Atmosphärendruck ermöglicht, Flüssigkeit in die Pumpenkammer zu drücken.
- Kapselung: Die Flüssigkeit wird in einem Hohlraum eingeschlossen, der von den beweglichen Elementen und dem Pumpengehäuse gebildet wird. Im Gegensatz zu einer Kreiselpumpe gibt es in einer intakten Verdrängerpumpe kaum Schlupf oder Rückfluss.
- Entladung (Kontraktion): Die Pumpenelemente bewegen sich weiter und verengen so den Hohlraum bzw. pressen die Flüssigkeit aus der Kammer. Da Flüssigkeiten inkompressibel sind, muss die Flüssigkeit durch die Auslassöffnung austreten.
Dieser Mechanismus führt zu einer konstanten Fördermengenkennlinie der Pumpe. Die Fördermenge ist direkt proportional zur Drehzahl (U/min) und weitgehend unabhängig vom Förderdruck (bis zum Erreichen des maximalen Motordrehmoments oder des Berstdrucks der Pumpe). Dies unterscheidet sich grundlegend von Kreiselpumpen, bei denen die Fördermenge mit steigendem Druck abnimmt.
Klassifizierung von Verdrängerpumpen: Drehpumpen vs. Kolbenpumpen
Es gibt zwar viele verschiedene Verdrängerpumpentypen, diese lassen sich aber im Allgemeinen in zwei kinetische Kategorien einteilen: Kolbenpumpen und Rotationspumpen. Für die kontinuierlichen industriellen Prozesse, die Aulank bedient – wie beispielsweise die chemische Zirkulation und die Lebensmittelverarbeitung – stehen Rotationspumpen im Vordergrund.
Rotationspumpen
Diese Pumpen nutzen rotierende Bauteile, um Flüssigkeiten einzuschließen und zu fördern. Sie erzeugen einen kontinuierlichen Förderstrom mit geringerer Pulsation als Kolbenpumpen.
- Zahnradpumpen: Die Arbeitspferde der Hydraulik- und Chemieindustrie. Präzisionszahnräder greifen ineinander, um Flüssigkeiten zu fördern. Aulank nutzt magnetisch angetriebene Zahnradpumpentechnologie, um gefährliche Chemikalien leckagefrei zu fördern.
- Drehkolbenpumpen: Ähnlich wie Zahnradpumpen, jedoch berühren sich die rotierenden Drehkolben nicht. Ideal für hygienische Anwendungen und scherempfindliche Flüssigkeiten.
- Schraubenpumpen: Sie nutzen eine oder mehrere Schrauben, um Flüssigkeiten axial zu fördern. Ideal für Anwendungen mit hohem Durchfluss und hoher Viskosität.
- Flügelzellenpumpen: Verwenden Gleitflügel, die gegen die Gehäusewand abdichten.
Kolbenpumpen
Diese nutzen einen Kolben, Stößel oder eine Membran, um Flüssigkeit durch eine oszillierende Bewegung zu bewegen.
- Membranpumpen: Häufig pneumatisch betrieben (AODD), verwendet für Schlämme oder Säuren.
- Kolbenpumpen: Hochdruckreinigung oder Dosierung.
Für die meisten Anwendungen mit hochviskosen, gleichmäßigen Strömungen in der chemischen Prozesspumpenauswahlphase bieten Rotationspumpen das beste Verhältnis von Effizienz, Größe und Zuverlässigkeit.
Kreiselpumpe vs. Verdrängerpumpe: Ein technischer Vergleich
Ingenieure tun sich oft schwer mit der Entscheidung zwischen Kreiselpumpe und Verdrängerpumpe. Die Wahl hängt selten von der Frage „besser“ ab, sondern vielmehr von der Frage „Eignung für den jeweiligen Zweck“.
Der deutlichste Unterschied liegt in ihren Leistungskennlinien. Eine Kreiselpumpe hat eine gekrümmte Förderhöhen-Volumen-Kennlinie: Mit steigendem Gegendruck sinkt der Förderstrom. Eine Verdrängerpumpe hingegen hat eine nahezu vertikale, lineare Kennlinie: Der Förderstrom bleibt auch bei Druckspitzen konstant.
Tabelle 1: Vergleich der Leistungsmerkmale
| Besonderheit | Kreiselpumpe | Verdrängerpumpe |
| Strömungsmechanismus | Kinetische Geschwindigkeit (Laufrad) | Volumenfalle (Zahnrad-/Lappen-/Schraubenfalle) |
| Druck vs. Durchfluss | Der Durchfluss sinkt mit steigendem Druck. | Der Durchfluss ist unabhängig vom Druck konstant. |
| Viskositätsgrenze | Effizient < 200 cPs | Effizient > 200 cPs (bis zu 1.000.000 cPs) |
| Effizienztrend | Nimmt mit steigender Viskosität ab | Steigt mit zunehmender Viskosität (geringere Gleitfähigkeit) |
| Selbststartend | Nein (Fußventil/Anpumpen erforderlich) | Ja (erzeugt ein starkes Vakuum) |
| Scherempfindlichkeit | Hohe Scherkräfte (schädigen empfindliche Flüssigkeiten) | Niedrige Scherkräfte (Lappen-/Schraubentypen) |
| Trockenlauffähigkeit | Begrenzt (Siegelschaden) | Sehr schlecht (ärgerliches Risiko) |
Dieser Vergleich verdeutlicht, warum Aulank für Wasser und Lösungsmittel industrielle Kreiselpumpen empfiehlt, für Harze, Polymere und Schweröle jedoch auf Verdrängungspumpen umsteigt.
Förderung viskoser Flüssigkeiten: Warum PD-Pumpen so gut geeignet sind
Die entscheidende Leistungsfähigkeit einer Pumpe für viskose Flüssigkeiten liegt in ihrer Reaktion auf die Viskosität des Mediums. Beim Fördern dickflüssiger Flüssigkeiten (wie z. B. Schweröl oder Sirup) geht durch die Reibung an der Laufradscheibe Energie verloren, was zu einem drastischen Wirkungsgradverlust führt.
Im Gegensatz dazu verbessert sich der Wirkungsgrad einer PD-Pumpe mit zunehmender Viskosität.
- Reduzierung des internen Schlupfs: Bei jeder Rotationspumpe besteht ein minimaler Spalt zwischen dem rotierenden Element und dem Gehäuse. Bei dünnflüssigen Medien (wie Wasser) rutscht ein Teil der Flüssigkeit von der Hochdruckseite zurück zur Saugseite.
- Viskose Abdichtung: Beim Pumpen dickflüssiger Medien wirkt die Flüssigkeit selbst in diesen Spalten als Dichtungsmittel und reduziert den Pumpenschlupf nahezu auf null. Dies führt zu einem hohen volumetrischen Wirkungsgrad.
Für Branchen, die Produkte wie Klebstoffe, Schokolade, Bitumen oder Polyole verarbeiten, ist die Hochviskositätspumpe keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Die Lösungen von Aulank für diese Anwendungen umfassen häufig Mantelgehäuse, um die Flüssigkeitstemperatur konstant zu halten und ein Erstarren des Mediums in der Pumpe während Stillstandszeiten zu verhindern.
Mechanik von Zahnradpumpen: Interne vs. externe Bauformen
Bei den Drehkolben-Verdrängerpumpen ist das Funktionsprinzip der Zahnradpumpe in der Chemie- und Schmierstoffindustrie am weitesten verbreitet.
Außenzahnradpumpen
Zwei ineinandergreifende Zahnräder (ein Antriebs- und ein Zwischenrad) drehen sich in entgegengesetzte Richtungen. In den Zwischenräumen zwischen den Zahnradzähnen und der Gehäusewand befindet sich eine Flüssigkeit, die außen um die Zahnräder herumfließt.
- Vorteile: Hoher Druck, kompakt, preiswert.
- Nachteile: Kann keine Feststoffe verarbeiten; hohe Scherkräfte.
- Aulank-Anwendung: Wird in unserer Serie magnetisch angetriebener Zahnradpumpen zur Dosierung korrosiver Chemikalien eingesetzt, bei denen Leckagen unzulässig sind.
Innenzahnradpumpen
Ein größeres Rotorrad treibt ein kleineres, darin befindliches Zwischenrad an. Eine halbmondförmige Trennwand trennt die Saug- und Druckzone.
- Vorteile: Besser geeignet für hochviskose Flüssigkeiten, geringere Scherkräfte, robust.
- Nachteile: Benötigt mehr Platz als externe Ausführungen.
Bei der Auswahl einer Drehkolbenpumpe ist die Materialhärte entscheidend. Für abrasive, viskose Flüssigkeiten sind gehärtete Stahl- oder beschichtete Zahnräder erforderlich, um einen schnellen Verschleiß der Toleranzen zu verhindern.
Durchflussregelung und Messfunktionen
Einer der wesentlichen Vorteile von Verdrängerpumpen ist die lineare Beziehung zwischen Drehzahl und Fördermenge.
Da das Fördervolumen pro Umdrehung konstant ist, eignen sich Verdrängerpumpen hervorragend als Dosierpumpen. Durch den Einsatz eines Frequenzumrichters oder eines Getriebes können Bediener die Dosierrate äußerst präzise steuern (oft mit einer Genauigkeit von ±0,5 %).

Dadurch eignen sie sich ideal für:
- Chemische Dosierung: Das Einspritzen präziser Mengen an Katalysator oder Additiv in einen Reaktor.
- Abfüllanlagen: Dosieren exakter Mengen Shampoo, Öl oder Soße in Behälter.
- Proportionalmischung: Mischen zweier viskoser Ströme in einem festen Verhältnis.
Im Gegensatz zu Kreiselpumpen, bei denen die Durchflussregelung oft Drosselventile erfordert (was Energie verschwendet), wird die Durchflussregelung bei Verdrängerpumpen durch einfache Änderung der Motordrehzahl erreicht, was sie zu einer energieeffizienten Industriepumpenwahl für variable Prozessanforderungen macht.
Aulanks Ansatz: Leckagefreie Magnetkupplungs-Zahnradpumpen
Herkömmliche Zahnradpumpen neigen zu Wellendichtungsleckagen, insbesondere beim Fördern dünnflüssiger, tief eindringender Lösungsmittel oder giftiger Chemikalien. Aulank begegnet diesem Problem durch die Kombination von Verdrängertechnologie mit seiner Kernkompetenz: dichtungslosen Magnetantrieben.
Die Aulank-Lösung
Durch den Wegfall der dynamischen Wellendichtung und deren Ersetzung durch ein statisches Gehäuse bieten unsere hermetischen Zahnradpumpen die Vorteile einer Zahnradpumpe hinsichtlich Hochdruck und Dosierung bei gleichzeitiger Sicherheit eines leckagefreien Magnetantriebs.
- Anwendungsgebiete: Pumpen von Isocyanaten, Säuren und gefährlichen Lösungsmitteln.
- Material: Erhältlich in Edelstahl 316L oder Speziallegierungen für maximale chemische Beständigkeit.
- Schutz: Ausgestattet mit einer Trockenlaufschutzlogik, um ein Festfressen der Zahnräder bei leerem Vorratstank zu verhindern.
Dieser hybride Ansatz stellt sicher, dass Kunden in den Bereichen Neue Energien (Batterieelektrolyte) und Chemie nicht zwischen „präziser Durchfluss“ und „leckagefreier Sicherheit“ wählen müssen – sie bekommen beides.

Fehlersuche und Wartung von PD-Pumpen
Obwohl PD-Pumpen robust sind, erfordert die Fehlersuche eine andere Herangehensweise als bei Kreiselpumpen. Die wichtigste Regel lautet:
Eine Verdrängerpumpe darf niemals gegen ein geschlossenes Auslassventil betrieben werden.

Die Druckfalle
Da die Pumpe ein festes Volumen fördert, steigt der Druck bei einer Blockierung des Auslasses sofort an, bis etwas kaputt geht (das Rohr, das Pumpengehäuse oder die Motorwelle).
- Sicherheitsanforderung: Ein Druckbegrenzungsventil (PRV) muss stets an der Druckleitung installiert oder in den Pumpendeckel integriert sein.
Häufige Ausfallarten
- Geräuschentwicklung/Kavitation: Auch Verdrängerpumpen können Kavitation aufweisen, wenn die Viskosität des Fluids für die Einlassöffnung oder die Drehzahl zu hoch ist. Dies wird oft als „Fördermangel“ bezeichnet. Lösung: Pumpendrehzahl reduzieren oder Saugrohrdurchmesser vergrößern.
- Schlupf-/Durchflussverlust: Sinkt der Durchfluss bei konstanter Drehzahl, deutet dies in der Regel auf Verschleiß an den Zahnrädern oder am Gehäuse hin, wodurch sich die inneren Spaltmaße vergrößern.
- Trockenlauf: Die engen Toleranzen von Rotationspumpen erfordern die Schmierung durch das Fluid. Trockenlauf führt zu Fressen (Metall-auf-Metall-Verschweißen) und katastrophalem Festfressen.
Abschluss
Die Verdrängerpumpe ist das Präzisionsinstrument der Fluidtechnik. Ob beim Fördern scherempfindlicher Lebensmittel mit einer Drehkolbenpumpe, beim Dosieren chemischer Zusätze mit einer Zahnradpumpe oder beim Fördern von zähflüssigem Schlamm mit einer Schraubenpumpe – diese Maschinen bieten Leistungen, die Kreiselpumpen schlichtweg nicht erbringen können.
Für industrielle Systeme, die mit hoher Viskosität, hohem Druck oder präziser Dosierung arbeiten, ist die Verdrängerpumpe die optimale Lösung. Wir bei Aulank optimieren diese Technologie durch die Integration leckagefreier Magnetkupplungssysteme und bieten so Lösungen, die nicht nur effizient sind, sondern auch strengste Sicherheits- und Umweltstandards erfüllen.










