Eine Thermoölpumpe ist eine Industriepumpe, die dazu dient, Thermoöl durch ein geschlossenes Heizsystem zu zirkulieren. Sie sorgt dafür, dass das Thermoöl zwischen einer Wärmequelle – wie beispielsweise einem Kessel oder einem Elektroheizgerät – und den Prozessanlagen, die die Wärme benötigen, zirkuliert. Die Pumpe läuft im Dauerbetrieb, oft bei Medientemperaturen zwischen 150 °C und 400 °C, und muss über längere Zeiträume einen stabilen Durchfluss und Druck aufrechterhalten.
Wenn Sie bereits mit herkömmlichen Wasserpumpen gearbeitet haben, wird Ihnen der Unterschied sofort klar, sobald Sie mit Thermoöl zu tun haben. Dichtungen, Lager, Gehäusematerialien und die Kühlmethode müssen alle anhaltend hohen Temperaturen standhalten, ohne dabei an Leistungsfähigkeit einzubüßen. Eine herkömmliche Wasserpumpe würde in diesem Einsatzbereich schnell ausfallen – die Dichtungen sind dafür nicht ausgelegt, und das Schmiersystem ist nicht auf das Viskositätsverhalten von Thermoöl bei erhöhten Temperaturen ausgelegt.
Dieser Leitfaden behandelt die Funktion einer Thermoölpumpe, ihre Funktionsweise, die verfügbaren Typen sowie die technischen Daten, auf die Sie bei der Auswahl achten sollten. Wenn Sie nach bestimmten Pumpenmodellen und -konfigurationen suchen, besuchen Sie unsere Heißölpumpe Produktseite.
Was ist eine Thermoölpumpe?
Eine Thermalölpumpe – auch als Heißölpumpe, Thermikölpumpe oder Wärmeträgerölpumpe bezeichnet – ist eine Pumpe, die speziell für den Transport von Thermalöl in industriellen Heizsystemen entwickelt wurde. Ihre Aufgabe ist einfach: Sie befördert das Thermalöl von der Wärmequelle durch Rohrleitungen dorthin, wo die Wärme benötigt wird, und saugt das abgekühlte Öl anschließend zur Wiederaufheizung zurück. Dieser kontinuierliche Kreislauf sorgt dafür, dass die Prozesstemperaturen stabil und kontrollierbar bleiben.
Der Grund, warum viele Branchen Thermoöl anstelle von Wasser oder Dampf verwenden, ist praktischer Natur. Wasser siedet bei 100 °C unter Atmosphärendruck. Um mit Wasser 200 °C oder 300 °C zu erreichen, benötigt man ein Hochdruckdampfsystem, was mit zusätzlichen Kosten, Komplexität und Sicherheitsrisiken verbunden ist. Thermoöl bleibt bei diesen Temperaturen auch ohne Druckbeaufschlagung flüssig. Ein typisches Thermoölsystem arbeitet bei Atmosphärendruck oder sehr niedrigem Druck, selbst wenn das Öl 300 °C oder mehr hat. Das bedeutet einfachere Rohrleitungen, keine Kondensatableiter, keine Kondensatrückgewinnung und eine gleichmäßigere Temperaturverteilung im gesamten System.
Die Pumpe ist das Herzstück dieses Kreislaufs. Ohne sie gibt es keine Zirkulation, keine Wärmeabgabe und keine Temperaturregelung.
Wie funktioniert eine Thermoölpumpe?
Das Funktionsprinzip einer Thermoölpumpe folgt denselben physikalischen Gesetzen wie das anderer Industriepumpen – sie wandelt Motorenergie in eine Flüssigkeitsbewegung um. Die Betriebsbedingungen unterscheiden sich jedoch. Die Pumpe muss Öl bei hohen Temperaturen fördern, mit einer Viskosität zurechtkommen, die sich beim Erwärmen und Abkühlen des Öls verändert, und über lange Zeiträume hinweg störungsfrei im Dauerbetrieb laufen.
Der grundlegende Kreislauf läuft wie folgt ab: Die Wärmequelle erwärmt das Thermoöl. Die Pumpe fördert das heiße Öl durch die Vorlaufleitung zu den Prozessanlagen – beispielsweise zu einer Form, einem Reaktormantel, einem Wärmetauscher oder einer Trockenwalze. Das Öl gibt seine Wärme an die Anlagen ab, kühlt ab und fließt durch die Rücklaufleitung zurück zur Wärmequelle. Die Pumpe hält diesen Kreislauf rund um die Uhr in Gang.
Bei Thermoölpumpen kommen zwei Hauptantriebsarten zum Einsatz:
Zentrifugalausführung
Die meisten in Kesselanlagen und großen Heizkreisen eingesetzten Thermoölpumpen sind Zentrifugalpumpen. Der Motor treibt ein Laufrad im Pumpengehäuse an. Das Laufrad schleudert das Öl durch Zentrifugalkraft nach außen und erzeugt so einen Druck, der das Öl in die Druckleitung drückt. Auf der Saugseite wird kontinuierlich Rücklauföl angesaugt. Dies sorgt für einen gleichmäßigen, hohen Durchfluss, der sich für mittlere bis große Anlagen eignet. Aulanks WRY-H-Zentrifugal-Heißölpumpe mit Kupplung ist ein typisches Beispiel: Hier wird Thermoöl mit einer Temperatur von bis zu 350 °C mithilfe einer luftgekühlten Lagerkonstruktion gefördert.
Magnetantriebstyp
Bei einer magnetgetriebenen Thermoölpumpe treibt der Motor eine äußere Magnetbaugruppe an. Dieses Magnetfeld durchdringt eine Trennhülse und versetzt einen mit dem Laufrad verbundenen inneren Magneten in Drehung – und das alles ohne eine Welle, die das Pumpengehäuse durchdringt. Da keine Wellendichtung vorhanden ist, treten keinerlei Leckagen auf. Daher sind magnetgetriebene Pumpen die erste Wahl für Anwendungen, bei denen das Austreten von Thermoöl nicht akzeptabel ist, wie beispielsweise bei Temperaturregelungsanlagen für Halbleiter, chemischen Reaktoren oder Anlagen in Reinraumnähe. Aulank's MDH-Edelstahl-Wirbelpumpe mit Magnetkupplung Dank dieser dichtungslosen Konstruktion ist das System für Wärmeträgerflüssigkeiten mit Temperaturen bis zu 400 °C geeignet.
Die wichtigsten Arten von Thermoölpumpen
Wärmeträgerölpumpen lassen sich anhand ihres Antriebs und ihrer Dichtungsbauweise in drei Hauptkategorien einteilen. Jede Kategorie ist für unterschiedliche Betriebsbedingungen ausgelegt.
Gekoppelte Zentrifugal-Heißölpumpe
Dies ist der am häufigsten verwendete Typ in industriellen Thermoölsystemen. Pumpe und Motor sind über eine Kupplung miteinander verbunden, und die Pumpe verfügt über eine mechanische Wellendichtung, um das Öl einzuschließen. Der Aufbau ist einfach, die Wartung unkompliziert, und diese Pumpen decken einen breiten Bereich an Fördermengen und Förderhöhen ab. Die WRY-H-Serie von Aulank ist eine zweigeteilte Zentrifugal-Heißölpumpe, die für Thermoöl bis zu 350 °C ausgelegt ist. Ihr Lagergehäuse verfügt über integrierte Kühlrippen für den luftgekühlten Betrieb – eine externe Wasserkühlung ist nicht erforderlich. Sie wird in Thermoöl-Kesselsystemen, Wärmebehandlungsanlagen, Formtemperaturreglern und industriellen Heizanlagen eingesetzt.
Magnetgetriebene Heißölpumpe
Magnetkupplungspumpen kommen gänzlich ohne mechanische Wellendichtung aus. Das Laufrad wird über eine Trennhülse durch eine Magnetkupplung angetrieben, sodass es keine rotierende Dichtung gibt, die verschleißen oder undicht werden könnte. Dies ist die erste Wahl, wenn absolute Dichtheit eine zwingende Voraussetzung ist. Die MDH- und MDW-Edelstahl-Wirbelmagnetpumpe Die Baureihe ist speziell für diesen Zweck konzipiert und arbeitet mit Wärmeträgern bis zu 400 °C. Sie wird häufig in der präzisen Temperaturregelung in der Halbleiterindustrie, in der chemischen Verarbeitung sowie in Reaktor-Umwälzsystemen eingesetzt, wo selbst kleinste Leckagen nicht akzeptabel sind.
Zahnradpumpe für Thermoöl
Zahnradpumpen sind Verdrängerpumpen, die unabhängig vom Systemdruck pro Umdrehung ein festes Ölvolumen fördern. Dadurch eignen sie sich besonders für Anwendungen mit hochviskosem Thermoöl oder für Situationen, in denen eine präzise, dosiergenaue Durchflussregelung erforderlich ist. In Standard-Kesselkreislaufsystemen sind sie zwar weniger verbreitet, erfüllen jedoch spezifische Prozessanforderungen. Einen detaillierten Vergleich zwischen Zentrifugal- und Zahnrad-Heißölpumpen werden wir in einem separaten Artikel behandeln: Zentrifugal- oder Zahnrad-Heißölpumpe: Welcher Typ ist der richtige?

Die wichtigsten technischen Daten auf einen Blick
Bei der Auswahl einer Thermoölpumpe entscheiden einige wenige technische Daten darüber, ob sie zu Ihrem System passt. Hier sind die wichtigsten Parameter, die Sie prüfen sollten:
Betriebstemperaturbereich — Die Medientemperatur, der die Pumpe im Dauerbetrieb standhalten kann. Dies ist das erste Auswahlkriterium. Wenn Ihr System bei 280 °C betrieben wird, benötigen Sie eine Pumpe, deren Nennwert deutlich darüber liegt. Unsere Zentrifugalpumpen der WRY-H-Serie sind für Temperaturen bis zu 350 °C ausgelegt; die magnetgetriebenen Pumpen der MDH/MDW-Serie reichen bis zu 400 °C.
Durchflussmenge — Wie viel Thermoöl die Pumpe pro Zeiteinheit fördert, üblicherweise in m³/h oder l/min. Diese Menge muss dem Wärmebedarf Ihres Systems und der Rohrdimensionierung entsprechen.
Kopf — Der Druck, den die Pumpe erzeugen kann, gemessen in Metern. Er muss ausreichen, um den Gesamtwiderstand Ihrer Rohrleitungen, Ventile, Armaturen und Wärmetauscher zu überwinden.
Motorleistung und Spannung — Die Nennleistung des Motors in kW sollte dem tatsächlichen Wellenleistungsbedarf der Pumpe entsprechen. Spannung und Frequenz (50 Hz/60 Hz) richten sich nach der örtlichen Stromversorgung. In bestimmten Betriebsumgebungen gelten Explosionsschutzklassen.
Anschlussart und -größe — Flansch- oder Gewindeanschlüsse sowie der Einlass-/Auslassdurchmesser. Diese müssen zu Ihren vorhandenen Rohrleitungen passen.
Material — Für Pumpengehäuse, Laufrad, Welle, Lager und Dichtungen gelten bestimmte Materialanforderungen, die sich nach der Temperatur und der Medienverträglichkeit richten. Zu den gängigen Optionen zählen Gusseisen, Edelstahl (304/316L), Keramiklager sowie Isolierhülsen aus PEEK oder Hastelloy für Modelle mit Magnetantrieb.
Die folgende Tabelle zeigt typische Leistungsbereiche für zwei repräsentative Aulank-Heißölpumpenbaureihen:
| Parameter | WRY-H (Zentrifugal) | MDH (Magnetantrieb) |
|---|---|---|
| Max. Durchschnittstemperaturen | 350 °C | 400 °C |
| Durchflussbereich | 1,5 – 100 m³/h | 0,8 – 69,8 m³/h |
| Kopfbereich | 22 – 125 m | 30 – 120 m |
| Motorleistung | 0,75 – 37 kW | 0,37 – 22 kW |
| Dichtungstyp | Gleitringdichtung | Dichtungslos (Magnetkupplung) |
| Kühlverfahren | Luftgekühlt (Kühlrippen) | Selbstzirkulierend |
| Material des Pumpengehäuses | Gusseisen | Edelstahl (304/316L) |
Dies sind Richtwerte. Die tatsächliche Modellauswahl hängt von Ihren spezifischen Betriebsbedingungen ab. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Auswahl der richtigen Pumpe für Ihr System finden Sie in unserem bald erscheinenden Leitfaden: So wählen Sie eine Hochtemperatur-Ölpumpe für Ihr System aus.
Häufige Anwendungsbereiche
Thermalölpumpen kommen überall dort zum Einsatz, wo ein geschlossenes Heizsystem stabile, regelbare Wärme für industrielle Prozesse liefern muss. Hier sind die gängigsten Anwendungsbereiche:
Thermalölkesselsysteme — Die Pumpe fördert das heiße Öl zwischen dem Kessel und allen angeschlossenen Wärmeverbrauchsgeräten hin und her. Dies ist die grundlegendste und am weitesten verbreitete Anwendung.
Temperaturregelung der Form — Beim Spritzgießen und Druckgießen sorgen Formtemperaturregler (TCUs) mithilfe von Thermoölpumpen für präzise und gleichmäßige Formtemperaturen.
Wärmebehandlung und Druckguss — Öfen und Druckgussanlagen sind auf die Zirkulation von Thermoöl angewiesen, um gleichmäßige Erwärmungs- und Abkühlungszyklen der Werkstücke zu gewährleisten.
Beheizung des Reaktormantels — Chemische Reaktoren mit externen Heizmänteln nutzen Thermoölpumpen, um die Prozesstemperaturen im Mantelkreislauf zu erzeugen und aufrechtzuerhalten.
Temperaturregelung für Walzen und Platten — Kalanderwalzen, Laminierpressen und Heißplattenanlagen erfordern eine gleichmäßige Oberflächentemperatur, die durch eine interne Thermoölzirkulation erreicht wird.
Textilfärben und -veredelung — Färbemaschinen und Spannrahmen nutzen eine Thermoölheizung für eine stabile Stoffbehandlung bei hohen Temperaturen.
Asphalt- und Bitumenwerke — Lagertanks und Mischanlagen halten das Bitumen durch eine Thermoölheizung auf der richtigen Temperatur und Viskosität.
Für konkrete Pumpenmodelle, die für diese Anwendungen geeignet sind, besuchen Sie unsere Heißölpumpe Produktseite.
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